XenServer

Die Citrix Synergy 2010 in San Francisco ist nun eine Woche her und somit bietet sich eine gute Gelegenheit, mit ein wenig Abstand die wesentlichsten Ankündigungen und Strategien nochmal zu beleuchten und vielleicht ein kleines Fazit zu ziehen. Fangen wir einmal mit den allgemeinen Eckdaten an: Die Citrix Synergy 2010 fand zusammen mit der Citrix Partner Summit und der Global CTP Summit vom 10. Bis 14. Mai im Moscone Center in San Francisco statt. Insgesamt waren etwa 4.000 Teilnehmer bei diesen Veranstaltungen dabei – wobei wahrscheinlich 3.500 davon sich auch ein iPad gekauft haben ;-)

Alles in allem muss ich sagen, dass mir die Synergy als Gesamtveranstaltung sehr gut gefallen hat, da es wie immer eine gute Gelegenheit war, wieder im großen Umfang Freunde, Bekannte und Kollegen zu treffen, die man ansonsten über Monate nicht sieht. Auch die Lokation, die Vorträge und die Organisationen (inkl. Final Night Party mit einem Auftritt von Sinbad) haben mir in diesem Jahr sehr gut gefallen. Besonders guten waren seine Kommentare zu den CTPs ("Don't talk to them, don't look in their eyes" oder "I'm a CTP Junior! - We hang out on Friday, we don't go clubbing, we talk the cloud!") - großartig! Ruben hat einen kleinen Ausschnitt auf YouTube, in dem Sinbad CTPs mit einem Apple Genius vergleicht... ;-)

…doch kommen wir zu den inhaltlichen Aspekten:

  • Citrix XenClient: Eine der am sehnsüchtigsten erwarteten Ankündigungen war natürlich die Verfügbarkeit des XenClient als Type-1-Clienthypervisor für Endgeräte. Den Erwartungen entsprechend steht seit der Keynote von Mark Templeton der XenClient Express zum Download zur Verfügung. Wichtig hierbei ist, dass es sich hierbei noch nicht um die finale Version des XenClients handelt, sondern um den entsprechenden Release Candidate. Ich weise deshalb an dieser Stelle so deutlich darauf hin, da ich das Produkt für extrem cool und gelungen halte (ich arbeite bereits seit der beta2 produktiv damit) aber es in dem RC natürlich trotzdem sein kann, dass ggf. die einer oder andere Kleinigkeit noch nicht komplett funktioniert. Also nicht sofort verzagen und das Produkt verdammen – ein RC ist halt ein RC…(zum offiziellen Announcement)

  • HDX Nitro: Auch im Bereich der XenApp/XenDesktop Produkte wurde eine wesentliche Erweiterung ankündigt - im Rahmen von "HDX Nitro", welches sich aus den fünf Projekten "Mach 3", "Zoom", "Laser", "Mercury" und "Dynamo" zusammensetzt, sollen die Fähigkeiten der HDX-Technologie nochmals deutlich erweitert werden. Im Einzelnen adressieren diese Projekte die Anwendungsperformance, das schnelle Starten einer Anwendung ("Instant App Startup"), eine Optimierung des Druckens, eine Beschleunigung von HD Inhalten und die adaptive Erkennung von Inhalts- und Verbindungsdaten. Die einzelnen Projekte stecken in unterschiedlichen Entwicklungsphasen, lassen aber teilweise in Demos schon recht gut erahnen, welche Möglichkeiten in ihnen stecken. (zum offiziellen Announcement)

  • Verschlüsselungs-Plugin für Citrix Receiver: Eine neue Funktion für den Citrix Receiver wurde ebenfalls angekündigt - das Verschlüsselungs-Plugin. Hierbei handelt es sich um ein Receiver Plugin, das über den Merchandising Server verteilt werden kann und anschließend auf dem Endgerät dafür zuständig ist, Daten aus gestreamten Anwendungen verschlüsselt auf dem Endgerät abzulegen. Technisch gesehen handelt es sich dabei um eine verschlüsselte VHD, welche auf dem Endgerät angelegt wird und anschließend die gestreamten Anwendungen mittels eine Filtertreibers dazu werden, alle lokal zu speichernden Daten in dieser VHD abzulegen. Es gibt mehrere Einsatzszenarien für diese Lösung wie etwa einen BYOC-Einsatz oder die Integration von Endgeräten von Partnern oder Dienstleistern. Für den letzten Fall könnte man sich also vorstellen, dass die Dienstleister für ein Projekt mittels des Citrix Receivers und der entsprechenden Plugins auf die Anwendungen des Unternehmens zugreift. Alle von ihm erstellten Dokumente würden offline mittels des Verschlüsselungs-Plugins sicher abgelegt und könnten natürlich auch nach Abschluß des Projektes sicher entfernt/gelöscht werden. Dies ist aus meiner Sicht ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung, da hiermit nun nicht mehr "nur" die Anwendungen für ein solches Szenario betrachtet werden, sondern auch die Daten... und genau die sind ja der eigentlich wesentlicher Teil... (zum offiziellen Announcement)

  • XenServer 5.6: Da die Beta-Version bereits seit einigen Wochen lief, war die Ankündigung des XS 5.6 natürlich keine große Überraschung mehr. Die neue Version - die auf Grund der neuen Features eigentlich die Versionsnummer 6.0 verdient hätte - bietet nun auch Funktionalitäten wie Memory-Overcommitment, Delegation und andere tolle Dinge, die die Arbeit mit dem XenServer nochmals deutlich nach vorne bringen werden. Eine neue Ankündigung hingegen ist die neue Advanced Edition des XenServer, welche sich funktional und preislich zwischen dem kostenfreien XenServer und den ehemaligen "Essentials for XenServer Enterprise Edition" ansiedelt... ich persönlich bin eigentlich der Meinung, dass man diese neue Edition nicht benötigt hätte, da auch die Enterprise Edition preislich extrem attraktiv ist. Aber wer fragt mich schon ;-) ...naja, genau genommen haben uns die PMs in der CTP-Runde vor der Ankündigung gefragt, aber meine Argumente haben sie nicht umstimmen können ;-) (zum offiziellen Announcement)

  • Cloud-Themen: Wie auch schon im letzten Jahr ist das Thema "Cloud" natürlich nach wie vor ein wesentliches in der Gesamtstrategie des Unternehmens. Einige wichtige Entwicklungen in diesem Zusammenhang finden sich etwa im XenServer 5.6 (s.o.) wieder, andere sind im Bereich NetScaler/WANscaler (s.u.) zu finden. Einen Punkt möchte ich an dieser Stelle besonders hervorheben, da ich ihn für wesentlich im Rahmen einer Cloud-Strategie halte: Das Thema der (virtuellen) Netzwerkinfrastruktur. Wie Simon Crosby im Rahmen eines seiner Vorträge sagte, wird zukünftig der letzte Hop in einer Netzwerkstruktur nicht mehr auf einem Switch liegen, sondern auf den Virtualisierungshost, auf dem die virtuelle Maschine läuft. Dies zwingt einerseits zu einem starken Umdenken etwa in der Zuordnung von Zuständigkeiten in Unternehmen, andererseits aber auch zu einem höheren Funktionsbedarf der virtuellen Infrastrukturen. Eine Lösung, die in diesem Zusammenhang vorgestellt wurde, bezieht sich auf das Open-Source-Projekt Open vSwitch, welches viele der Anforderungen adressiert und zukünftig direkt vom XenServer unterstützt werden wird. Ich finde dieses Thema sehr, sehr interessant und ich werde an dieser Stelle von meinen Erfahrungen berichten... bis dahin hier ein sehr guter Blog-Eintrag zum Thema von Simon Crosby...

  • PowerGadgets Mobile for XenApp: Nicht zuletzt durch das iPad haben mobile Endgeräte einen immer höheren Stellenwert in der heutigen IT. Nun muss man auf der anderen Seite aber sagen, dass genau dieses Tatsache in Verbindung mit den extrem hohen Aktualisierungsraten der mobilen Geräte durchaus viele Probleme mit sich bringen - die Geräte haben teilweise eine so geringe Halbwertzeit, dass sich viele Softwarehersteller schon lange nicht mehr die Mühe machen, eine sauber Implementation oder Portierung ihrer Anwendungen auf die jeweiligen Plattformen durchzuführen. Und genau an dieser Stelle kommt Citrix ins Spiel: Warum soll man eine Anwendung nativ auf einem mobilen Endgerät betreiben und sich dort auf Gedanken über z.B. Datensicherheit machen, wenn man mittels Citrix Receiver auch Anwendungen von einem XenApp nutzen kann. Natürlich ist dies erstmal nur die halbe Wahrheit - zwar kann man durchaus jede Anwendung auf diesem Weg etwa auf einem iPhone oder Android verfügbar machen, aber richtig arbeiten kann damit noch nicht unbedingt. Was ist also die Konsequenz? Die Anwendungen müssen basierend auf entsprechenden "Design-Merkmalen" entwickelt bzw. angepasst werden. Nun ist Citrix bestimmt nicht der richtige Anbieter um diese Anpassungen durchzuführen - wohl aber ein "Enabler" der eine Vision aufzeigen kann... und genau das passiert etwa mit den "PowerGadgets Mobile for XenApp" und einigen entsprechenden Demo-Anwendungen, die die neuen Möglichkeiten aufzeigen. Ein kleines Beispiel von der Synergy: Ein Mail-Client, der durch ICA/HDX auf die GPS-Informationen des Endgerätes zugreifen kann und somit für das Instant-Messaging den Status "In Transfer" (also quasi "in Bewegung") für einen Benutzer führen kann - und dies, ohne dass der Benutzer es manuell aktivieren muss... ...hier ein einführender Blog-Eintrag von Chris Fleck...

  • Citrix Nirvana Phone: Ein Thema, das sich quasi nahtlos an das vorherige anschließt, ist das "Nirvana Phone" welches bereits seit einigen Monaten/Jahren als Vision durch das Netz schwirrt. Hierbei handelt es sich um ein Mobiltelefon, auf welchem mittels eines darauf installieren Client-Hypervisors (!) neben der reinen Telefon-Firmware auch ein entsprechendes Client-OS für die Verwendung als ICA/HDX-Client zur Verfügung steht. Auf der Synergy waren hierzu wieder einige Demos zu sehen, welche schon recht vielversprechend waren... die Vision dahinter ist natürlich, dass ein Benutzer für seine Arbeit nichts weiter benötigt als eben dieses "Nirvana Phone": Unterwegs kann es wie ein SmartPhone verwendet werden, während es am Arbeitsplatz mit einem Bildschirm und Maus/Tastatur verbunden werden kann und dort quasi als ThinClient fungiert. Ich finde diese Idee nach wie vor sehr interessant und bin mal gespannt, wie sich diese Vision in die Welt der iPads, etc. integriert - oder sogar schon realität ist (zumindest für die stolzen Besitzer eines iPads *zwinker*) ;-)

  • NetScaler Burst-Packs: Auch im Bereich des NetScaler tut sich etwas - neben der Verfügbarkeit des NetScaler VPX (also eines NetScaler als virtueller Maschine) hat Citrix nun auch eine Erweiterung des Lizenzmodells verkündet, welche den Kunden die durch die Virtualisierung gewonnen Flexibilität nun auch lizenztechnisch nutzen lässt. Mittels sogenannter "Burst-Packs" lässt sich die lizenzierte Bandbreite für einen gewissen Zeitraum erhöhen um etwa saisonale Lastspitzen abdecken zu können. Ein kleines Beispiel: Ein Unternehmen betreibt einen NetScaler, der für 10 MBit Datendurchsatz lizenziert ist. Für 11 Monate im Jahr ist das vollkommen ausreichend - nur im Dezember vielleicht nicht. Bisher wäre der Kunde gezwungen gewesen, die Lizenzierung der gesamten Lösung nach der maximal geforderten Last zu wählen (und diese im Umkehrschluß den Großteil des Jahres nicht zu nutzen). Mit den Burst-Packs hat der Kunden nun die Möglichkeit genau für (in diesem Beispiel) das Jahresendgeschäft mehr Bandbreite zu lizenzieren und somit nutzen zu können. Aus meiner Sicht eine tolle Sache... (zum offiziellen Announcement)

  • Virenscan in XD-Umgebungen: Eine weitere interessante Ankündigung kam von McAfee: Diese haben auf der Synergy offiziell ein Produkt angekündigt, welches als Virenscanner für Umgebungen mit virtuellen Desktops eingesetzt werden kann. Nun könnte man natürlich sagen, dass man jeden Virenscanner auf einem virtuellen Desktop nutzen kann - natürlich geht das! ABER: Wenn man auf einem Host (z.B. XenServer) 30, 40 oder 70 virtuellen Desktops laufen hat und alle einen Virenscanner betreiben, der im schlimmsten Fall auf allen gleichzeitig um 12 Uhr einen vollständigen Systemscan startet, dann muss man nicht unbedingt mit der besten Performance rechnen (vorsichtig gesagt). Was macht aber nun McAfee? Sie bieten eine Service-VM, an die die Desktop-VM ein Offloading des Virenscans durchführen können - sprich: Der Virenscanner läuft quasi nur in der Service-VM und alle anderen VMs nutzen diesen zentralen Dienst. Hierdurch soll die Systemlast und der Speicherbedarf drastisch gesenkt werden. Vom Ansatz her ist dieses Konzept sehr gut und auch zwingend notwendig. Ich bin mal gespannt, wie es im finalen Produkte umgesetzt wird.. (zum offiziellen Announcement)

  • Da ich davon ausgehe, dass es noch nicht allzuviele mitbekommen haben, möchte ich an dieser Stelle einmal die Aufmerksamtkeit auf eine neues Format aus dem Hause Citrix lenken: Die How To Serien im Citrix TV. Hierbei handelt es sich um eine Sammlung von jeweils recht kurzweiligen Videostreams zu diversenden Citrix-Produkten und -Themen, etwa: Wie konvertiere ich eine physikalische Maschine mit XenConvert? Wie bilde ich ein NetScaler HA-Cluster? Oder: Wie erstelle ich Delivery Rules für den Merchandising Server?

    Ich finde die Videos sehr schön gemacht - einerseits inhaltlich, andererseits auch so prägnant, dass man sich innerhalb kürzester Zeit einem Thema annähern kann. Respekt! ;-)

    ..hier ein kleiner Ausschnitt der aktuellen Serien...

    Citrix XenServer - http://www.citrix.com/tv/#series/137
    Citrix XenApp - http://www.citrix.com/tv/#series/131
    Citrix XenDesktop - http://www.citrix.com/tv/#series/135
    Citrix NetScaler - http://www.citrix.com/tv/#series/133
    Citrix Provisioning Services - http://www.citrix.com/tv/#series/136
    Citrix Web Interface - http://www.citrix.com/tv/#series/129
    Citrix Merchandising Server - http://www.citrix.com/tv/#series/124
    Citrix Password Manager - http://www.citrix.com/tv/#series/126
    Citrix EdgeSight - http://www.citrix.com/tv/#series/132
    Citrix Workflow Studio - http://www.citrix.com/tv/#series/130
    Citrix Access Gateway Standard Edition - http://www.citrix.com/tv/#series/134

    Gabe Knuth hat sich in einem Artikel große Mühe gegeben und einmal die gesamten Citrix-Produktlinien von 1999 bis 2009 in einem Chart zusammengetragen. Ich finde das Ergebnis sehr interessant - nicht zuletzt, weil auch das Thema der Produkt(um)benennungen hier sehr schön visualisiert ist...

    Beim Stöbern durch das weltweite Netz bin ich gerade auf eine sehr interessante Anwendung gestossen, die uns bald über den Apple AppStore erreichen könnte - "Xeni". Hierbei handelt es sich um eine Management-Frontend für XenServer-Umgebungen, das auf dem iPhone von Apple läuft.

    Xeni auf dem iPhone Starten der Anwendung Auswahl der XenServer Auswahl der VMs

    Im Hinblick auf die administrativen Möglichkeiten entspricht Xeni in etwa dem XenCenterWeb, was für den Einsatz von einem mobilen Endgerät im Regelfall aber auch die meisten Anforderungen erfüllen sollte...


    Xeni: Eigenschaften einer VM Xeni: Verwaltungsmöglichkeiten

    Wie gesagt: aktuell ist es noch nicht im AppStore verfügbar, befindet sich aber laut der Homepage des Entwicklers bereits im Validierungstest, so dass wir hierbei Guter Dinge sein können. Aus meiner Sicht ist eine solche Anwendung, die ja quasi einen Mix aus XenCenter und XenCenterWeb darstellt, nicht nur ein nettes "Giggle" um abends im Biergarten "mal gerade" die virtuellen Server neu zu starten, sondern durchaus eine Anwendung, die eine Administrator das Leben deutlich vereinfachen kann - ich zumindest finde es cool, wenn ich für Wartungsarbeiten nicht immer mein Notebook hochfahren muss... deshalb finde ich den Receiver für das iPhone so genial ;-)

    Nico | 2009-05-07 02:35

    Nachdem auf der Synergy gestern in den Keynotes der Tag der "Users&Desktops" war, wurde heute morgen in der Keynote der Tag der "Server&DataCenter" ausgerufen. Dem entsprechend folgten auch heute wieder viele großartige Ankündigungen, die sich im Gegensatz zu gestern auf die Lösungen im Rechenzentrum fokussierten. Hier einmal kurz zusammengefasst die aus meiner Sicht wichtigsten:

  • NetScaler VPX: Die erste Ankündigung des neuen Tages, die von Wes Wasson verkündet wurde, war die geplante Veröffentlichung des NetScaler VPX. Hierbei handelt es sich um einen NetScaler in Form einer Virtual Appliance für den XenServer, also einer reinen Software-Implentation der bisher nur als Appliance-Hardware verfügbaren NetScaler-Lösungen. Aus meiner Sicht ist die eine extrem interessante Ankündigung, da sie eine Menge Entwicklungspotential in sich trägt. Natürlich ist die erste Überlegung bei einer solchen Ankündigung immer, ob den einen virtuelle Maschine die gleichen Performance-Daten wie eine speziell einen Zweck entwickelte Appliance haben kann - das bleibt abzuwarten. Aber vor dem Hintergrund der bereits heute verfügbaren XenServer-Performance mache ich mir da ehrlich gesagt relativ wenig sorgen. Die Vorteile der Lösung liegen jedoch klar auf der Hand: Zum einen ist die natürlich eine Thema der Energie - wenn man ohnehin schon eine XenServer-Plattform (einer bestimmten Größe) betreibt, ist es nur sinnvoll, so viele Funktionen wie möglich auf diese Plattform zu bringen und keine weiteren Geräte im Rechenzentrum implementieren zu müssen. Ein zweiter Punkt ist aber auch eine Hardware-Strategie: Ich persönlich setzte beispielsweise sehr gerne auf IBM-Systeme. Sofern ist dies ausschließlich tun möchte, bin ich nun in der Lage dazu, indem ich einfach auch meine NetScaler Systeme in Form von virtuellen Maschinen auf meinen IBM-Hosts mit XenServer laufen lassen kann. Dies erleichtert mit beispielsweise deutlich den Support der Hardware und ist darüber hinaus in der Lage die Kosten für den Hardware-Support reduzieren zu können. Ein dritter möglicher Vorteil (hier ist noch nichts bekannt) könnte ein günstigerer Einstieg in den NetScaler sein, da der Kostenanteil für die Hardware in dem Produkt entfällt (bzw. entfallen sollte). Der NetScaler VPX soll ab dem 18. Mai als beta-Download verfügbar sein und im 4. Quartal RTM gehen.

  • XenServer 5.5: Der XenServer 5.5, der aktuell ebenfalls als beta-Download verfügbar ist, beinhaltet ja bekannter Maßen eine Vielzahl von neuen Funktionen wie StorageLink, SnapShots, AD-Authentifizierung für das XenCenter, usw. Eine Sache, die mich hierbei aber besonders beeindruckt hat, war eigentlich eine Kleinigkeit, die aber heute gezeigt wurde: In der Platinum Edition des XenServer ist der Lab Manager enthalten, über den Schulungs-/Demo-/QM-Umgebungen automatisiert provisioniert werden können. Nun kommt der Kick: Es gibt eine Integrationsschnittstelle zwischen dem Lab Manager und Citrix Dazzle, so dass die Benutzer zukünftig selber in die Lage versetzt werden können, sich über Dazzle (also die neuen Self-Service Plattform von Citrix) beispielsweise auch Schulungsumgebungen zu provisionieren. Ich denke, dass diese kleine Schnittstelle eine unheimlich positive Entwicklung einleutet - eine einfach zu bedienende Benutzer-Schnittstelle, die bis in das das Rechenzentrum ("Cloud Services" - siehe unten) greifen kann und dort selbst komplexe Vorgänge auslösen kann. Wie schon beschrieben, bedeutet dies eine deutlich Zugewinn bespielsweise für Schulungs- und QS-Umgebungen, die bisher immer noch ein relativ hohes Maß an administativen Eingriffen erfordern.

  • Citrix Cloud Center (C3): Das C3, Citrix' Produktportfolio für Service Provider oder große Organsationsstrukturen, wird deutlich aufgebohrt. Aktuell besteht das C3 im Kern aus dem XenServer, dem Workflow Studio und dem NetScaler, also allen Komponenten, die für die Bereitstellung von sogenannten "Cloud Services" (also im Regelfall Web-basierten, gehosteten Diensten) benötigt werden. Das Problem bisher war jedoch, dass das C3 immer dann an seine (lizenztechnischen) Grenzen kam, wenn etwa Legacy Anwendungen im Rahmen der Cloud zur Verfügung gestellt werden sollten. Aus genau diesem Grund wird das C3 zukünftig auch XenApp und XenDesktop beinhalten. Aus meiner Sicht handelt es sich hierbei um einen sehr guten Schritt in die richtige Richtung, da hierdurch tatsächlich in vollem Umfang die Bereitstellung von umfassende Bereitstellung von "as a Service"-Diensten realisieren lässt. So sind beispielsweise neben den bisher am weitesten verbreiteten "Software as a Service (SaaS)"-Modellen zukünftig auch etwa "Infrastructure as as Server (IaaS)" oder "Platform as a Service (PaaS)"-Modelle denkbar. Denkt man nun noch einen Schritt weiter und bezieht etwa die neuen Funktionen des XenServer Platinum (insb. Lab Manager) und neuen Produkte (insb. Citrix Dazzle) mit ein, ist Citrix als einer der ersten (wenn nicht sogar DER ERSTE) Anbieter in der Lage, alle Aspekte von "as a Service"-Betriebsmodellen mit eigenen, modular kombinierbaren Produkten zu realisieren. Das läst definitiv mein "Rechenzentrumsbetreiber-Herz" höher schlagen ;-)

  • Darüber hinaus war ich in einem Microsoft-Vortrag über den System Center Virtual Machine Manager 2008 R2 (SCVMM), in dem einerseits die Neuigkeiten zu diesem Produkt, aber andererseits auch einige aktuelle Informationen über den Hyper-V 2008 R2 bzw. den aktuellen Funktionsumfang vorgestellt wurden. Ich möchte an dieser Stelle gar nicht in die Tiefe auf alle diese Dinge eingehen, aber eine Sache hat mich schwer überrascht und ins Drübeln gebracht - auch die kostenfreie Version des Hyper-V R2 soll LiveMigration (bei Hyper-V basierend auf Cluster-Technologie) und Clustering enthalten. (Und da ich in dem Vortrag eine XBox360 gewonnen habe, finde ich das erstmal super ;-) ) Somit hat nun auch Microsoft - nach Citrix - einen direkten Angriff auf den ESX bzw. seine Marktanteile gestartet. Natürlich kann man diese Dinge in der Tiefe sehr differenziert betrachten, aber ich bin nach wie vor der Meinung, dass die Luft für VMware immer dünner wird... insbesondere vor dem Hintergrund, dass heute erneut bestätigt wurde, dass der SCVMM definitiv einen Support für XenServer-Infrastrukturen bieten wird - wenn auch noch nicht in der Version 2008 R2... die nächsten Monate werden zeigen, wie sich die Dinge weiter entwickeln. Ich bleibe am Ball und werde meine Erkenntnisse hier veröffentlichen...

    Wie der eine oder andere vielleicht schon den diversen Medienberichten entnommen hat, gibt es eine Neuerung im Bezug auf die Lizenzmodelle bzw. den Funktionsumfang der Citrix XenServer Editionen. Folgende Meldung machte in unterschiedlichen Ausprägungen die Runde "Citrix XenServer Enterprise Virtualisierung wird kostenlos!"

    Natürlich sorgt diese Meldung für reichlich Wirbel im Markt, da sie einen bedeutenden Sachverhalt beschreibt - man bekommt nun den XenServer mit Enterprise Funktionen kostenfrei und muss hierfür keine Lizenzkosten mehr bezahlen.

    Genau an dieser Stelle möchte einmal auf diese Meldung eingehen und den genauen Sachverhalt und Hintergrund erläutern, denn aus dieser Meldung könnten sich - wenn man sie undifferenziert betrachtet - viele falsche Schlüsse ergeben.

  • Falsche Schlussfolgerung 1: "Dann scheint das Produkt ja nichts zu taugen, wenn sie es jetzt schon verschenken müssen!"
  • Falsche Schlussfolgerung 2: "Jetzt wird die Enterprise Edition verschenkt und vor ein paar Wochen musste ich hierfür noch viel Geld bezahlen! Das ist Betrug!"
  • Falsche Schlussfolgerung 3: "Für ein kostenfreies Produkt bekommt man keinen guten Support, da ja keiner Geld damit verdienen kann."

  • Aber warum birgt diese Ankündigung so viel Potential für Mißverständnisse? Weil keiner die ursprüngliche Meldung korrekt gelesen hat und die Meldung sich nach dem Stille-Post-Prinzip über jede Weitergabe immer mehr verändert...

    Betrachtet man die korrekte Aussage, so besagt sie nicht, dass die "XenServer Enterprise Edition" kostenfrei wird, sondern die "XenServer Enterprise Virtualisierung" - also die auf XenServer basierenden Virtualisierungslösung, die auch den Anforderungen von Großumgebungen (Enterprise!) Rechenschaft trägt.

    Was bedeutet das konkret? Konkret bedeutet dies, dass weitere Funktionalitäten in die kostenfreie Edition des XenServers (bisher: Express Edition) gewandert sind, die bisher der Standard oder Enterprise Edition vorbehalten waren. Dies umfasst beispielsweise die Möglichkeit der Bildung von Ressourcen Pools, die Live-Migration von virtuellen Maschinen über die Hosts eines Pools (XenMotion) und die Möglichkeit mehrere Server und Pools über eine Konsole (XenCenter) verwalten zu können. Eine Lösung, die diese Möglichkeiten bietet, kann mit Fug und Recht als "Enterprise-Class" charakterisiert werden.

    Und was bedeutet dies für die bisherigen Enterprise und Platinum Editionen? Dies gibt es weiterhin, jedoch unter dem Namen Essentials for XenServer, wiederum in den beiden Editionen Enterprise und Platinum. Diese wiederum erweitern den kostenfreien XenServer um weitere äußerst sinnvolle Funktionen wie etwa die Möglichkeit historische Lastdaten erfassen zu können, eine High Availability Funktion, das Citrix Workflow Studio für die Automatisierung von Administrationsabläufen oder (in der Platinum Edition) das dynamische Provisionieren von Betriebssystemen über den Citrix Provisioning Server. Auch eine Kompononente für die automatisierte Bereitstellung von Labor-/Test-Umgebungen ist in der Platinum Edition enthalten.

    Somit kommen natürlich alle bisherigen XenServer (Lizenz-)Kunden mit laufender Subscription Advantage direkt in den Genuss der neuen Essentials... Keine bisherige Investition in XenServer Lizenzen ist nutzlos/verschwendet gewesen! Ganz im Gegenteil: Citrix tut hiermit einfach allen einen großen Gefallen, da die Hürden für Einstieg oder den weiteren Ausbau von virtuellen Umgebungen durch diese Schritt noch einmal deutlich gesunken sind.

    Es wird aber noch besser! Denn neben der Ankündigung der Funktionserweiterung des kostenfreien XenServers und der Ankündigung der Essentials for XenServer wurde noch ein weiteres Produkt angekündigt: Essentials for Hyper-V

    Dieses Produkt bietet den gleichen Funktionsumfang wie Essentials for XenServer, allerdings für Microsofts Hyper-V - inklusive eine Interoperabilitätsschnittstelle für virtuelle Maschinen auf den beiden Hypervisor-Typen. Hierdurch bietet Citrix als erster Hersteller eine umfangreiche Funktions- und Verwaltungslösung für das Thema Virtualisierung allgemein - und nicht nur eine "Single Vendor"-Lösung, die ausschließlich mit den eigenen Produkten funktioniert.

    Je mehr ich über diese Dinge nachdenke, umso mehr bin ich hiervon begeistert und freue mich immer wieder auf's Neue über den Einfallsreichtum des Citrix Produktstrategie-Teams. Ich denke, dies wird der Verbreitung des XenServers nochmal einen gewaltigen Sprung nach vorne bescheren...

    ...an dieser Stelle noch eine kleine Demo... der LabManager, der in den Essentials for XenServer und den Essentials for Hyper-V enthalten ist...

    Ich weiss, ich hinke meinen Blog-Kollegen mit dieser Meldung etwas hinterher, aber für den Fall, dass es jemand noch nicht wusste: XenServer und XenApp 5.0 sind seit einigen Tagen offiziell verfügbar! ...als kleine Rechtfertigung für den späten Eintrag kann ich nur sagen, dass ich in der letzten Woche zu beschäftigt war, da ich direkt die ersten Projekte mit den Final-Releases umsetzten musste ;-)

    Was sind aber nun die Neuerungen in den beiden Produkten?

    Im Bereich des XenApp hat sich eine ganze Reihe getan, allem voran natürlich die Unterstützung von Windows Server 2008 und den damit verbundenen Funktionalitäten. Entgegen ursprünglicher Ankündigungen ist aber auch die Version für Windows Server 2003 zeitgleich mit erschienen, die natürlich nur die Funktionen bietet, die von Win2003 unterstützt werden. Eine ausführliche Übersicht der Neuerungen und Funktionen findet sich in der sehr schicken Citrix XenApp Comparative Feature Matrix auf der Citrix Webseite... sehr interessant finde ich hierbei den entfallenen Support für das Novell eDirectory, wobei ich mal gespannt bin, wie lange sich das so halten kann ;-) ...was an dieser Stelle vielleicht auch wieder mal interessant sein kann, ist die vergleichende Feature Matrix zwischen den Windows Terminaldiensten und XenApp ...

    Im Bezug auf den XenServer ist eine (vielleicht nicht die wichtigste) Neuerung die geänderte Versionsnummer. Auch hier hat sich entgegen früherer Ankündigungen etwas getan, denn die Versionsnummer ist nun nicht die 4.2 geworden, sondern die 5.0. Im Bezug auf die neuen Funktionen möchte ich an dieser Stelle auf ein schickes Video mit Simon Crosby verweisen, der diese in seiner durchaus sehr coolen Art erläutert... zugegebener Maßen ist das natürlich ein wenig Marketing-lastig, aber dafür umso kurzweiliger ;-) Die "Hard Facts" gibt's im Blog von Barry Flanagan bzw. im generellen Blog XenServer - Server Virtualization.

    Aus meinen Projekten kann ich sagen, dass das Final-Release des XenServer 5.0 im Gegensatz zu den Betas extrem schnell und stabil läuft. Ich habe es in einer Umgebung auch mit XenApp im Einsatz und muss sagen, dass ich hiervon extrem begeistert bin - hier hat es definitiv nochmal einen deutlichen Schritt nach vorne gegeben (im Vergleich zur Version 4.1, die auch schon sehr performant mit XenApp war).

    Nico | 2008-08-04 09:49

    Seit ein paar Tagen ist die Public Beta des XenServer "Orlando", also der Version 4.2 zum Download verfügbar. Diese Version, auch wenn sie laut Versionsnummer nur einen kleinen Sprung darstellt, hat inhaltlich und im Bezug auf neue Funktionalitäten eine ganze Menge zu bieten. Zum einen sei hierbei natürlich die erweiterte (offizielle) Unterstützung für Windows Server 2008, Windows XP SP3, Windows Vista SP1 und den aktuellen Enterprise-Versionen von SUSE und Red Hat Linux (32bit und 64bit) genannt. Aber es gibt noch deutlich mehr - meine persönlichen Favoriten sind der vollständige MultiPathing-Support für Fibre Channel und iSCSI sowie XenConvert. Letzteres ist endlich ein eigenes Tool zum Konvertieren von physikalischen oder anderen virtuellen Maschinen in das XenServer-Format. Ich empfehle jedem, der sich ein wenig für den XenServer interessiert, oder vielleicht gerade in einem Virtualisierungsprojekt steckt, einen Blick auf die Version 4.2 zu werfen, da sie wieder einen gewaltigen Schritt nach Vorne darstellt.

    Weitere Informationen gibt's im Citrix-Blog von Roger Klorese...

    Endlich ist offiziell verkündet worden, was gerüchteweise und als Hoffnung schon lange im Raum stand - XenServer und Windows 2008's Hyper-V arbeiten zusammen!

    Ich hatte ja im vergangenen Oktober im Rahmen des iForum schon ein paar Strategien und zu erwartende technologische Entwicklungen dargestellt. Vorgestern (am 22.01.) wurden viele davon nun offiziell Bestätigt. So wird es beispielsweise so sein, dass virtuelle Maschinen auf Microsofts Hyper-V und dem Citrix XenServer nicht nur vom Format her kompatible sein werden, sondern auch die Management Umgebungen kompatibel sein sollen. So soll es beispielsweise möglich werden, etwa die virtuellen Systeme auf einem Hyper-V über das XenCenter zu administrieren, oder auch eine XenServer Umgebung über die System Center Produkte (z.B. VMM) verwalten zu können. Dies ist natürlich eine sehr interessante Entwicklung, da hierdurch die Karten im Virtualisierungsmarkt nochmals neu gemischt werden, da auf diesem Wege tatsächlich eine vollständige End-zu-End Virtualisierung (mit der Anbindung von leistungsstarken Management-Werzeugen) realisierbar wird. ;-)

    ...und noch eine Neuigkeit: Der Citrix Desktop Server (aktuell: V. 1.0) wird in der kommenden Version umbenannt und mit anderen Produkten gebundelt. So wird die Version 2.0 unter dem Namen XenDesktop (Version 2.0) vertrieben werden und nebem der Funktionen des bsiherigen Desktop Servers auch den XenServer und den Provisioning Server enthalten.

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