Hyper-V

Ich bin gerade über ein interessante Webseite gestolpert: Microsoft bietet eine virtuelle Laborumgebung an, in der man sich der Bereitstellung von virtuellen Desktops mit Citrix XenDesktop, dem System Center Virtual Machine Manager und Hyper-V widmen und entsprechende Erfahrungen sammeln kann...

https://cmg.vlabcenter.com/default.aspx?moduleid=281742e3-2613-42da-bd58-2c3578f039b4

Hier die offizielle Beschreibung:

This lab is intended for IT Professionals who would like to deliver virtual desktop computers using Microsoft Hyper-V Server, Microsoft System Center Virtual Machine Manager and Citrix XenDesktop. Users will work through the steps to simulate deploying multiple virtual desktops, and will first capture a reference image using the Citrix Provisioning Server for Desktops. Next, the user will verify that the computer can be booted from a diskless client computer. The user will create multiple virtual machines using the reference computer as a template. Finally, the user will use the Citrix Desktop Delivery Controller and System Center Virtual Machine Manager to create a group of virtual desktops and deploy them to end devices. At the end of this lab, the user will have worked through all the steps required to implement Citrix XenDesktop using Microsoft System Center Virtual Machine Manager and Microsoft Hyper-V Server.

Nico | 2009-05-07 02:35

Nachdem auf der Synergy gestern in den Keynotes der Tag der "Users&Desktops" war, wurde heute morgen in der Keynote der Tag der "Server&DataCenter" ausgerufen. Dem entsprechend folgten auch heute wieder viele großartige Ankündigungen, die sich im Gegensatz zu gestern auf die Lösungen im Rechenzentrum fokussierten. Hier einmal kurz zusammengefasst die aus meiner Sicht wichtigsten:

  • NetScaler VPX: Die erste Ankündigung des neuen Tages, die von Wes Wasson verkündet wurde, war die geplante Veröffentlichung des NetScaler VPX. Hierbei handelt es sich um einen NetScaler in Form einer Virtual Appliance für den XenServer, also einer reinen Software-Implentation der bisher nur als Appliance-Hardware verfügbaren NetScaler-Lösungen. Aus meiner Sicht ist die eine extrem interessante Ankündigung, da sie eine Menge Entwicklungspotential in sich trägt. Natürlich ist die erste Überlegung bei einer solchen Ankündigung immer, ob den einen virtuelle Maschine die gleichen Performance-Daten wie eine speziell einen Zweck entwickelte Appliance haben kann - das bleibt abzuwarten. Aber vor dem Hintergrund der bereits heute verfügbaren XenServer-Performance mache ich mir da ehrlich gesagt relativ wenig sorgen. Die Vorteile der Lösung liegen jedoch klar auf der Hand: Zum einen ist die natürlich eine Thema der Energie - wenn man ohnehin schon eine XenServer-Plattform (einer bestimmten Größe) betreibt, ist es nur sinnvoll, so viele Funktionen wie möglich auf diese Plattform zu bringen und keine weiteren Geräte im Rechenzentrum implementieren zu müssen. Ein zweiter Punkt ist aber auch eine Hardware-Strategie: Ich persönlich setzte beispielsweise sehr gerne auf IBM-Systeme. Sofern ist dies ausschließlich tun möchte, bin ich nun in der Lage dazu, indem ich einfach auch meine NetScaler Systeme in Form von virtuellen Maschinen auf meinen IBM-Hosts mit XenServer laufen lassen kann. Dies erleichtert mit beispielsweise deutlich den Support der Hardware und ist darüber hinaus in der Lage die Kosten für den Hardware-Support reduzieren zu können. Ein dritter möglicher Vorteil (hier ist noch nichts bekannt) könnte ein günstigerer Einstieg in den NetScaler sein, da der Kostenanteil für die Hardware in dem Produkt entfällt (bzw. entfallen sollte). Der NetScaler VPX soll ab dem 18. Mai als beta-Download verfügbar sein und im 4. Quartal RTM gehen.

  • XenServer 5.5: Der XenServer 5.5, der aktuell ebenfalls als beta-Download verfügbar ist, beinhaltet ja bekannter Maßen eine Vielzahl von neuen Funktionen wie StorageLink, SnapShots, AD-Authentifizierung für das XenCenter, usw. Eine Sache, die mich hierbei aber besonders beeindruckt hat, war eigentlich eine Kleinigkeit, die aber heute gezeigt wurde: In der Platinum Edition des XenServer ist der Lab Manager enthalten, über den Schulungs-/Demo-/QM-Umgebungen automatisiert provisioniert werden können. Nun kommt der Kick: Es gibt eine Integrationsschnittstelle zwischen dem Lab Manager und Citrix Dazzle, so dass die Benutzer zukünftig selber in die Lage versetzt werden können, sich über Dazzle (also die neuen Self-Service Plattform von Citrix) beispielsweise auch Schulungsumgebungen zu provisionieren. Ich denke, dass diese kleine Schnittstelle eine unheimlich positive Entwicklung einleutet - eine einfach zu bedienende Benutzer-Schnittstelle, die bis in das das Rechenzentrum ("Cloud Services" - siehe unten) greifen kann und dort selbst komplexe Vorgänge auslösen kann. Wie schon beschrieben, bedeutet dies eine deutlich Zugewinn bespielsweise für Schulungs- und QS-Umgebungen, die bisher immer noch ein relativ hohes Maß an administativen Eingriffen erfordern.

  • Citrix Cloud Center (C3): Das C3, Citrix' Produktportfolio für Service Provider oder große Organsationsstrukturen, wird deutlich aufgebohrt. Aktuell besteht das C3 im Kern aus dem XenServer, dem Workflow Studio und dem NetScaler, also allen Komponenten, die für die Bereitstellung von sogenannten "Cloud Services" (also im Regelfall Web-basierten, gehosteten Diensten) benötigt werden. Das Problem bisher war jedoch, dass das C3 immer dann an seine (lizenztechnischen) Grenzen kam, wenn etwa Legacy Anwendungen im Rahmen der Cloud zur Verfügung gestellt werden sollten. Aus genau diesem Grund wird das C3 zukünftig auch XenApp und XenDesktop beinhalten. Aus meiner Sicht handelt es sich hierbei um einen sehr guten Schritt in die richtige Richtung, da hierdurch tatsächlich in vollem Umfang die Bereitstellung von umfassende Bereitstellung von "as a Service"-Diensten realisieren lässt. So sind beispielsweise neben den bisher am weitesten verbreiteten "Software as a Service (SaaS)"-Modellen zukünftig auch etwa "Infrastructure as as Server (IaaS)" oder "Platform as a Service (PaaS)"-Modelle denkbar. Denkt man nun noch einen Schritt weiter und bezieht etwa die neuen Funktionen des XenServer Platinum (insb. Lab Manager) und neuen Produkte (insb. Citrix Dazzle) mit ein, ist Citrix als einer der ersten (wenn nicht sogar DER ERSTE) Anbieter in der Lage, alle Aspekte von "as a Service"-Betriebsmodellen mit eigenen, modular kombinierbaren Produkten zu realisieren. Das läst definitiv mein "Rechenzentrumsbetreiber-Herz" höher schlagen ;-)

  • Darüber hinaus war ich in einem Microsoft-Vortrag über den System Center Virtual Machine Manager 2008 R2 (SCVMM), in dem einerseits die Neuigkeiten zu diesem Produkt, aber andererseits auch einige aktuelle Informationen über den Hyper-V 2008 R2 bzw. den aktuellen Funktionsumfang vorgestellt wurden. Ich möchte an dieser Stelle gar nicht in die Tiefe auf alle diese Dinge eingehen, aber eine Sache hat mich schwer überrascht und ins Drübeln gebracht - auch die kostenfreie Version des Hyper-V R2 soll LiveMigration (bei Hyper-V basierend auf Cluster-Technologie) und Clustering enthalten. (Und da ich in dem Vortrag eine XBox360 gewonnen habe, finde ich das erstmal super ;-) ) Somit hat nun auch Microsoft - nach Citrix - einen direkten Angriff auf den ESX bzw. seine Marktanteile gestartet. Natürlich kann man diese Dinge in der Tiefe sehr differenziert betrachten, aber ich bin nach wie vor der Meinung, dass die Luft für VMware immer dünner wird... insbesondere vor dem Hintergrund, dass heute erneut bestätigt wurde, dass der SCVMM definitiv einen Support für XenServer-Infrastrukturen bieten wird - wenn auch noch nicht in der Version 2008 R2... die nächsten Monate werden zeigen, wie sich die Dinge weiter entwickeln. Ich bleibe am Ball und werde meine Erkenntnisse hier veröffentlichen...

    Wie der eine oder andere vielleicht schon den diversen Medienberichten entnommen hat, gibt es eine Neuerung im Bezug auf die Lizenzmodelle bzw. den Funktionsumfang der Citrix XenServer Editionen. Folgende Meldung machte in unterschiedlichen Ausprägungen die Runde "Citrix XenServer Enterprise Virtualisierung wird kostenlos!"

    Natürlich sorgt diese Meldung für reichlich Wirbel im Markt, da sie einen bedeutenden Sachverhalt beschreibt - man bekommt nun den XenServer mit Enterprise Funktionen kostenfrei und muss hierfür keine Lizenzkosten mehr bezahlen.

    Genau an dieser Stelle möchte einmal auf diese Meldung eingehen und den genauen Sachverhalt und Hintergrund erläutern, denn aus dieser Meldung könnten sich - wenn man sie undifferenziert betrachtet - viele falsche Schlüsse ergeben.

  • Falsche Schlussfolgerung 1: "Dann scheint das Produkt ja nichts zu taugen, wenn sie es jetzt schon verschenken müssen!"
  • Falsche Schlussfolgerung 2: "Jetzt wird die Enterprise Edition verschenkt und vor ein paar Wochen musste ich hierfür noch viel Geld bezahlen! Das ist Betrug!"
  • Falsche Schlussfolgerung 3: "Für ein kostenfreies Produkt bekommt man keinen guten Support, da ja keiner Geld damit verdienen kann."

  • Aber warum birgt diese Ankündigung so viel Potential für Mißverständnisse? Weil keiner die ursprüngliche Meldung korrekt gelesen hat und die Meldung sich nach dem Stille-Post-Prinzip über jede Weitergabe immer mehr verändert...

    Betrachtet man die korrekte Aussage, so besagt sie nicht, dass die "XenServer Enterprise Edition" kostenfrei wird, sondern die "XenServer Enterprise Virtualisierung" - also die auf XenServer basierenden Virtualisierungslösung, die auch den Anforderungen von Großumgebungen (Enterprise!) Rechenschaft trägt.

    Was bedeutet das konkret? Konkret bedeutet dies, dass weitere Funktionalitäten in die kostenfreie Edition des XenServers (bisher: Express Edition) gewandert sind, die bisher der Standard oder Enterprise Edition vorbehalten waren. Dies umfasst beispielsweise die Möglichkeit der Bildung von Ressourcen Pools, die Live-Migration von virtuellen Maschinen über die Hosts eines Pools (XenMotion) und die Möglichkeit mehrere Server und Pools über eine Konsole (XenCenter) verwalten zu können. Eine Lösung, die diese Möglichkeiten bietet, kann mit Fug und Recht als "Enterprise-Class" charakterisiert werden.

    Und was bedeutet dies für die bisherigen Enterprise und Platinum Editionen? Dies gibt es weiterhin, jedoch unter dem Namen Essentials for XenServer, wiederum in den beiden Editionen Enterprise und Platinum. Diese wiederum erweitern den kostenfreien XenServer um weitere äußerst sinnvolle Funktionen wie etwa die Möglichkeit historische Lastdaten erfassen zu können, eine High Availability Funktion, das Citrix Workflow Studio für die Automatisierung von Administrationsabläufen oder (in der Platinum Edition) das dynamische Provisionieren von Betriebssystemen über den Citrix Provisioning Server. Auch eine Kompononente für die automatisierte Bereitstellung von Labor-/Test-Umgebungen ist in der Platinum Edition enthalten.

    Somit kommen natürlich alle bisherigen XenServer (Lizenz-)Kunden mit laufender Subscription Advantage direkt in den Genuss der neuen Essentials... Keine bisherige Investition in XenServer Lizenzen ist nutzlos/verschwendet gewesen! Ganz im Gegenteil: Citrix tut hiermit einfach allen einen großen Gefallen, da die Hürden für Einstieg oder den weiteren Ausbau von virtuellen Umgebungen durch diese Schritt noch einmal deutlich gesunken sind.

    Es wird aber noch besser! Denn neben der Ankündigung der Funktionserweiterung des kostenfreien XenServers und der Ankündigung der Essentials for XenServer wurde noch ein weiteres Produkt angekündigt: Essentials for Hyper-V

    Dieses Produkt bietet den gleichen Funktionsumfang wie Essentials for XenServer, allerdings für Microsofts Hyper-V - inklusive eine Interoperabilitätsschnittstelle für virtuelle Maschinen auf den beiden Hypervisor-Typen. Hierdurch bietet Citrix als erster Hersteller eine umfangreiche Funktions- und Verwaltungslösung für das Thema Virtualisierung allgemein - und nicht nur eine "Single Vendor"-Lösung, die ausschließlich mit den eigenen Produkten funktioniert.

    Je mehr ich über diese Dinge nachdenke, umso mehr bin ich hiervon begeistert und freue mich immer wieder auf's Neue über den Einfallsreichtum des Citrix Produktstrategie-Teams. Ich denke, dies wird der Verbreitung des XenServers nochmal einen gewaltigen Sprung nach vorne bescheren...

    ...an dieser Stelle noch eine kleine Demo... der LabManager, der in den Essentials for XenServer und den Essentials for Hyper-V enthalten ist...

    Über ein Posting in der Deutschen SoftGrid und App-V User Group bin ich auf einen interessanten Download Link zum kostenfreien MS-Press Buch Understanding Microsoft Virtualization Solutions gestossen. Hierin werden alle aktuellen Microsoft Virtualisierungs-Technologien aufgezeigt und beschrieben - sei es nun Hyper-V, App-V, MED-V, Terminaldienste oder der Virtual Machine Manager (VMM). Sogar die "User State Virtualization" - also das Profilmanagement - findet sich hier wieder.

    Nico | 2008-07-03 16:43

    Soeben kam über den Ticker, dass Microsofts Windows 2008 Hypervisor Hyper-V nun fertiggestellt ist und herunterladen werden kann. Jetzt wird's spannend... ;-)

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